Die Tücken der goldenen Kreditkarte

22 Oktober 2012

Die Extras der goldenen Kreditkarte sind oft leistungsschwach und haben oftmals Einschränkungen beim Versicherungsschutz. Zwar sieht die goldene Karte beim Bezahlen edel aus, aber sie bietet deshalb nicht zwingend einen Mehrwert. Gerade die integrierten Versicherungsleistungen der goldenen Kreditkarte sind oft in ihrem Umfang eingeschränkt und leistungsschwach. Gerade Zusatzversicherungen für Reisen schneiden nicht besonders gut ab.

Viele zum Teil unnötige Zusatzleistungen

Bei den meisten goldenen Kreditkarten sind acht bis zehn Zusatzleistungen durchaus die Regel. Den Finessen dieser Premiumkarten sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Oft bündelt sich ein ganzer Strauß von Versicherungspolicen. Dazu gehören beispielsweise Auslandsreisekrankenversicherung, Reiserücktrittversicherung, Verkehrsmittel-Unfallversicherung, Warenversicherung, Gepäckversicherung, Verkehrsrechtsschutz oder Reisekomfort-Versicherungen. Diese Hilfeleistungen sind meist automatisch beim Kartenantrag integriert. Eine Goldkarte kostet gewöhnlich 50 bis 80 Euro im Jahr. Für die relativ schlechten Leistungen ist dieser Preis deutlich erhöht. Kreditkartenbesitzer sollten selber darüber entscheiden können, welche Zusatzleistungen er wirklich braucht und dementsprechend auch nur für diese bezahlen. Normale Kreditkarten sind oftmals sogar die bessere Wahl. Gerade bei den wichtigen Leistungen wie Reiseversicherung, Reiserücktritt- und Abbruchversicherung und dem Auslandskrankenschutz schauen goldene Kreditkarten oft schlecht aus. Außerdem haben diese oft massive Beschränkungen in Dauer und Umfang der Versicherungen.

Kein wirklicher Ersatz für Versicherungen

Die goldene Kreditkarte und ihre TückenDie mitabgeschlossenen Versicherungen sind fast nie ein vollwertiger Ersatz für einen separaten Abschluss. So lohnt sich, die Abschlussbedingungen genau zu lesen. Gerade beim Auslandskrankenschutz haben die Goldpolicen einen besonderen Haken: So legen offenbar Versicherer überalterte Versicherungsbedingungen zugrunde. In den letzten Jahren haben sich für Verbraucher deutlich bessere Konditionen ergeben. Die Standards wurden verändert. Oft werden die Leistungen im Schadenfall aber auch nur dann übernommen, wenn etwa die Reise mit entsprechender Kreditkarte bezahlt wurde. So kritisieren Verbraucherzentralen, dass der Versicherungsschutz oft an den Einsatz der Karte gekoppelt ist. Der Herausgeber der goldenen Kreditkarte diktiert die Bedingungen. Im Zweifelsfall bleiben Kunden, die sich rundum abgesichert wähnen, auf ihrem Schaden sitzen.

Der Kreditkartenvertrag

Bevor ein Kreditkartenvertrag unterschrieben wird, sollten die zugrunde liegenden Bedingungen beim Karteneinsatz genauestens gelesen werden. Denn die ausgebenden Institute legen diese Informationen nicht offensiv vor. Es braucht meist einen genauen Blick ins Kleingedruckte, das bei diesen Verträgen ohnehin oft schon ellenlang ist. Bei der goldenen Kreditkarte sind die meisten Versicherungen nicht auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt. Es liegen oft Doppelversicherungen, Unterdeckungen und Begrenzungen vor. Doch im Jahresbeitrag der goldenen Kreditkarte sind diese Versicherungsbeiträge mit eingeschlossen. Da ein separater Schutz meist trotzdem erforderlich ist, kann nicht selten die goldene Kreditkarte sausen gelassen werden. Der Griff zur normalen Kreditkarte ist nicht selten besser. So spielt die Farbe der Karte auch beim Geldabheben am Automaten oder dem Bezahlen keine Rolle. Das einzige was die goldene Kreditkarte oftmals ist, ist ein Statussymbol, nicht mehr und nicht weniger. Die gleichen Leistungen erbringen auch herkömmliche Kreditkarten, allerdings zu einem deutlich geringeren Jahresbeitrag. Das Entfallen der Jahresgebühr im ersten Jahr ist nicht selten auch nur ein Lockangebot. Im zweiten Jahr werden oft horrende Summe berechnet. Beim Abschluss eines Kreditkartenvertrages sind viele andere Faktoren wichtiger und ausschlaggebender als die Farbe der Karte. Ein Vergleich der Angebote ist vor Abschluss eines Vertrages unbedingt empfehlenswert.