Immer weniger Kreditkartenbetrüge in Deutschland

24 September 2012

Deutsche Besitzer von Kreditkarten besitzen im Vergleich zu anderen Ländern eine hohe Bonität. Daher sind gerade diese Karten beziehungsweise die Kartendaten ein begehrtes Ziel von Straftätern geworden. Das Bundeskriminalamt schätzt, dass allein in Deutschland über 125 Millionen Zahlungskarten ausgegeben wurden, davon dreiviertel Debitkarten und ein Viertel Kreditkarten. Das Fälschen der Kreditkarten mit Echtdaten ist nach wie vor die beliebteste Vorgehensweise der Straftäter. Denn durch gefälschte Kreditkarten sind die Einsatzmöglichkeiten der Täter besser. Gestohlene Karten lohnen meist nicht so sehr, da die Kartenorganisationen die Karten nach bemerken des Verlusts der Karte schnell sperren. Ab dem Moment werden die Kreditkarten für den Täter unbrauchbar. Allein den Schaden bei gefälschten Debitkarten schätzt das Bundeskriminalamt für das Jahr 2011 auf etwa 35 Millionen Euro. Den Höhepunkt von Datenabgriffen an manipulierten Geldautomaten wurde vor zwei Jahren also im Jahr 2010 erreicht. Seitdem gehen die Kreditkartenbetrüge aber spürbar zurück.

Immer weniger Angriffe auf Kreditkartendaten

Die deutschen Geldautomaten werden immer weniger manipuliert. Das Bundeskriminalamt registrierte im Jahr 2011 fast 1.300 Angriffe auf Geldautomaten und ähnlichen Geräten, so Informationen der Behörde. Dieser Rückgang entspricht einem Rückgang von etwa 59 Prozent im Vergleich zu 2010. Im Rekordjahr 2010 wurden etwa 3.180 Fälle gemeldet. Die sinkende Zahl von Angriffe begründet BKA-Präsident Jörg Ziercke mit dem Einbau von Anti-Skimming-Modulen. Dieser positive Trend setzt sich auch im Jahr 2012 fort. Laut BKA wurden bis Juni 2012 erst 400 Manipulationen registriert.

Manipulationen an Automaten

Aufgrund von Skimming-Angriffen auf Fahrkarten-, Geld- sowie Tankautomaten sperrten die deutschen Geldinstitute im Jahr 2011 mehr als 150.000 Karten. Im Vergleich zu 2010, im Rekordjahr waren es 300.000 Kartendaten. Laut BKA Angaben liegt der Schaden der gefälschten Debitkarten bei etwa 35 Millionen Euro. Im Jahr 2010 waren es geschätzte 60 Millionen Euro. Im Jahr 2011 wurden in Deutschland zum ersten Mal Manipulationen an Fahrkartenautomaten festgestellt. Laut BKA Angaben wurden insgesamt 25 Fälle, in denen Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn AG festgestellt worden sind festgestellt. Im Jahr 2010 wurden bereits Tankautomaten mit dem Ziel manipuliert, Kartendaten sowie Geheimnummern zu bekommen. Auch diese Zahl ging zurück. Im darauffolgenden Jahr wurden lediglich sechs solcher Fälle festgestellt. Auch ein Rückgang von POS-Terminalen, also Point of Sale, Terminals für bargeldloses Bezahlen konnte festgestellt werden. Es wurden im Jahr 2010 nur 14 Fälle verzeichnet.

60.000 Geldautomaten wurden umgerüstet

Nachdem die anfänglichen Betrügereien für die Täter nicht so effektiv verlaufen sind haben sie ihre Methoden verändert. So installierten sie Vorbaugeräte, also sogenannte Skimmer. Diese Skimmer dienen dem Auslesen von Kartendaten. Zudem wurden auch kleinste fast kaum erkennbare Kameras oberhalb der Tastatur des Geldautomaten eingebaut. Die Kamera zeichnete die Eingabe der Geheimnummer auf und der Skimmer liest die dazugehörigen Kartendaten aus. Eine andere Möglichkeit an die zur Kreditkarte gehörenden Daten zu kommen sind Tastaturattrappen. Diese Attrappen werden so über die eigentliche Tastatur gestülpt dass sie für den Kreditkartennutzer kaum feststellbar sind. Beim Eingeben der der Geheimnummer fängt die Attrappe diese ab. Doch diesen Vorgehensweisen der Betrüger wird zunehmend das Handwerk gelegt. Es wird den Kriminellen immer schwieriger gemacht auf diesem Weg an die erforderlichen Daten zu kommen und das mit Erfolg, die Betrügereien gehen deutlich zurück.

Auf die Betrüger eingestellt

Es wurde in Deutschland und auch in vielen anderen europäischen Staaten damit begonnen die Kreditkarten umzustellen. So verhindert ein neuer Magnetstreifen beziehungsweise die Chiptechnologie den betrügerischen Einsatz von nachgemachten Kreditkarten, sogenannten Kartendubletten. So lange die technische Entwicklung der Tätervorgehensweise im Auge behalten wird kann relativ schnell auf deren Machenschaften eingegangen werden. Hans-Werner Niklasch, Geschäftsführer der Euro Kartensysteme GmbH machte deshalb auch auf die Umrüstung von 60.000 Geldautomaten aufmerksam. Auch 94 Millionen Girocard, die früheren EC-Karten wurden auf den neuesten Sicherheitsstandard gebracht. Beides zusammen ist mitunter für die positive Entwicklung verantwortlich. Aber auch die Beschleunigung von Kreditkartensperrungen nach erkannten Manipulationen führen dazu, dass ein erheblicher Rückgang zu verbuchen ist.