Kreditkarteneinsatz im Ausland – Immer lokale Währung wählen

22 Juli 2013

Ein Großteil der Deutschen greift bei Zahlungen im außereuropäischen Ausland auf die Giro- oder Kreditkarte zurück. Auf diese Weise entfällt der lästige Geldwechsel – zudem müssen Verbraucher nicht ständig Bargeld mit sich führen. Immer häufiger kommt es bei der Kartenzahlung im Hotel, im Einzelhandel oder am Geldautomaten jedoch vor, dass der Kunde eine sofortige Währungsumrechnung in Euro angeboten bekommt. Diese Option erscheint zunächst verlockend und wird deshalb von vielen Reisenden genutzt. Da der fällige Betrag bereits am EC-Terminal oder am Geldautomaten angezeigt wird, wiegen sie sich in Sicherheit. Im Nachhinein kann sich diese Entscheidung allerdings als böser Fehler herausstellen.

Dynamic Currency Conversion: Finanzielle Verluste durch schlechte Wechselkurse

kostenlose Kreditkarte ohne GirokontoFinanzexperten warnen eindringlich davor, den Rechnungs- beziehungsweise Auszahlungsbetrag direkt in eine Euro-Summe konvertieren zu lassen. Denn die Geschäftsbedingungen von VISA und anderen Kartenherausgebern sehen eine dynamische Umrechnung der Währungen („Dynamic Currency Conversion“) vor. Das bedeutet, dass der Kurs am EC-Terminal oder am Automaten vom Händler selbst bestimmt werden kann. Im Rahmen dessen erhalten Verbraucher bei der Transaktion nicht immer den am Zahlungstag offiziell gültigen Wechselkurs – sondern oftmals einen deutlich schlechteren.

Das hat den Grund, dass einige Händler die sofortige Währungsumrechnung missbrauchen. Sie legen den Wechselkurs zu ihren Gunsten aus und verdienen sich auf diese Weise bequem noch etwas dazu. In einigen Ländern kommt dieser Trick bereits systematisch zur Anwendung und erhöht bei jeder Kartenzahlung die Marge der Händler. Zwar müssen die Betreiber des EC-Terminals den Umrechnungskurs vor Abschluss der Transaktion anzeigen. Die meisten Kunden können mit der vierstelligen Zahl jedoch nicht viel anfangen, da sie in der Regel keine Vergleichsmöglichkeit parat haben.

Die Hausbanken orientieren sich enger an den internationalen Devisenkursen

Reisende, die die Abbuchung in Euro dennoch in Anspruch nehmen wollen, sollten sich im Vorfeld unbedingt nach dem aktuell gültigen Wechselkurs erkundigen. Die erste Adresse ist dabei immer die Homepage der Europäischen Zentralbank. Diese liefert stets die aktuellsten und zuverlässigsten Informationen zu den Devisenkursen sämtlicher Währungen. Grundsätzlich kostet die Umrechnung in Euro natürlich auch dann Geld, wenn der Kunde sich für eine Zahlung in Landeswährung entscheidet. Hier wird sie jedoch zu einem späteren Zeitpunkt von den Hausbanken der Verbraucher vorgenommen, die sich bei der Festlegung ihrer Wechselkurse eng an den internationalen Devisenkursen orientieren. Auf diese Weise erhalten ihre Kunden in der Regel die günstigeren Konditionen.

Die sofortige Währungsumrechnung ist eine rechtliche Grauzone

Der Umrechnungstrick ist nicht nur im außereuropäischen Ausland verbreitet. Auch in europäischen Ländern wie der Schweiz, Großbritannien oder Polen erschleichen sich Händler auf diese Weise finanzielle Vorteile. Rechtlich handelt es sich dabei nach wie vor um eine Grauzone. Grundsätzlich stünde es Verkäufern frei, selbst zu entscheiden, in welcher Währung sie ihren Kunden die Kartenzahlung anbieten, erklärt Katarzyna Tietz vom Deutsch-Polnischen Verbraucherinformationszentrum (VIZ) der Verbraucherzentrale (VZ) Brandenburg. Bei kundenfreundlichen Händlern könnten Verbraucher die gewünschte Bezahlwährung allerdings selbst auswählen. In diesem Fall sollten sie sich immer für eine Zahlung in Landeswährung entscheiden.

Weitere Gebühren bei der dynamischen Währungsumrechnung

Neben den ungünstigen Wechselkursen gibt es bei der sofortigen Währungsumrechnung noch ein zweites Risiko: Es können weitere Zusatzkosten in Form von Gebühren entstehen, die für die Direktumrechnung fällig werden. Diese müssen bei der Kartenzahlung zwar ausgewiesen werden. Dennoch fühlen sich viele Verbraucher in einer solchen Situation oft überfordert und nehmen die zusätzlichen Gebühren in Kauf, anstatt die Transaktion abzubrechen.