So fälschungssicher ist die Kreditkarte heute

11 Oktober 2012

Seit einigen Jahren investieren die Kreditkartenfirmen enorm in die noch weitere Erhöhung der Sicherheitsstandards im Zahlungsverkehr. So gibt es praktisch nirgends mehr die früher überall verwendeten “ritsch-ratsch-Klick” Geräte, mit denen die Kartendaten einfach auf einen Durchschreibesatz kopiert worden sind und dann ein manuell ausgefüllter Beleg ohne Bonitätsprüfung seinen Weg angetreten hat. Dabei sahen die Händler erst ab der Überschreitung eines bestimmten Mindestumsatzes in einer Sperrliste nach oder riefen die Bank an. Im nächsten Schritt wurde die Online-Prüfung und Zahlungsabfrage an den Kassen des Einzelhandels Realität und erst vor kurzem wurde flächendeckend das EMV-Verfahren eingeführt. Lesen Sie mehr darüber, wie die Kreditkartenunternehmen Ihre Kunden vor unberechtigten Abhebungen schützen.

1. Ohne PIN geht gar nichts

PIN-EingabeBei vielen umstrittenen Kartenabbuchungen hatte der unehrliche Finder nicht nur eine Kreditkarte unberechtigt genutzt, sondern auch die Unterschrift auf dem Beleg täuschend ähnlich nachgemacht. Deshalb wurde in den letzten Jahren bei allen Kreditkartenanbietern das Legitimationsverfahren geändert: Statt einer Unterschrift wird nunmehr eine PIN bei jeder Zahlung verwendet, die lediglich der Karteninhaber selbst kennt. Damit löst die Branche mehrere Probleme: Aus Gründen der Kriminalitätsprävention nehmen Touristen vollkommen zu Recht die wertvollen Reisepässe nicht auf Besichtigungen mit, weshalb der Kassenmitarbeiter sich auch nicht mehr als Ausweiskontrolleur aufspielen kann! Zudem sind in vielen demokratischen Staaten Ausweiskontrollen der Polizei und der Grenzsicherung vorbehalten. Die PIN und die Vorlage einer gültigen, nicht als gestohlen gemeldeten Kreditkarte sind somit das erste Sicherungsmerkmal.

2. Keine Verwendung des unsicheren Magnetstreifens mehr

Die Kreditkartendaten selbst werden nicht mehr von einem einfach kopierbaren Magnetstreifen abgelesen, sondern direkt einem fälschungssicheren Chip entnommen. So können auch keine Blanko-Magnetkarten mehr erstellt und dann genutzt werden. Somit haben die Kreditkartenunternehmen ein weiteres Sicherheitsmerkmal realisiert. Dazu gehört auch, dass die Kreditkarte während des Zahlungsvorganges nicht aus dem Automaten oder dem kleinen Kundenterminal mehr entnommen werden kann. Ist diese gesperrt oder gestohlen, dann zieht der Automat diese ein oder der Kassierer kann diese entnehmen oder vernichten.

3. Unterschiedliche Transaktionsarten sorgen für Klarheit

Zusätzlich setzen die Kreditkartenunternehmen zunehmend intelligenter werdende Abrechnungs- und Computersysteme ein. Diese lernen mit jeder einzelnen Zahlung wie wahrscheinlich es ist, dass der berechtigte Benutzer einkauft. Eine erste Maßnahme ist die Unterscheidung der Zahlungen zwischen denjenigen, bei denen der Kunde anwesend ist und Internet-/Telefonbestellungen. Kauft ein Kunde gerade in einem stationären Ladengeschäft in München ein und taucht wenige Sekunden später in Rumänien auf, so kann etwas nicht stimmen. Gleiches gilt für eine Bestellung im Internet: Immer dann, wenn eine ganz andere Lieferadresse als bisher angegeben wird, setzt das System ein Fragezeichen. Kaufen Sie beispielsweise sehr selten Elektronik ein und plötzlich bestellt jemand 20 Laptops an eine unbekannte Adresse, so gibt es ein internes Alarmsignal. Dann kann es sein, dass Sie jemand anruft, um die Zahlung autorisieren zu lassen.

4. Ihre Mitarbeit ist wichtig

Ein weiteres Element der Fälschungssicherheit von Kreditkarten liegt nicht im Kreditkartenrohling oder seiner Verwendung im Zahlungsverkehrssystem selbst begründet. Vielmehr im persönlichen Gespräch. Bei ungewöhnlichen Transaktionen kann eine telefonische Autorisierung möglich sein. Dies geschieht zum Schutz des Karteninhabers! Da werden dann Fragen gestellt, die nur Sie selbst wissen können und meistens nicht mehr die Klassiker nach Geburtsdatum oder Arbeitgeber.

Die Fälschungssicherheit von Kreditkarten ist also immer eine Gemeinschaftsleistung zwischen Technik und Hardware, sowie menschlichem Zutun.